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Plagiat oder Geniestreich? „Axolotl Roadkill“ – das Medium der Woche

Der Roman „Axolotl Roadkill“ von der 17-jährigen Neuentdeckung Helene Hegemann zieht sich derzeit durch alle Medien. Die Gründe: überraschender Bestseller, Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2010 und obendrein vermeintliches Plagiat. Bei Hörbuch Hamburg gibt es jetzt die Lesung zu diesem skandalträchtigen Werk der Berliner Autorin.

Axolotl_coverDie Geschichte handelt von der 16-jährigen Mifti, deren Leben aus Chaos und Extremzuständen besteht. Ihre Mutter ist gestorben und ihr Vater verbringt lieber Zeit mit seiner neuen jungen Freundin als mit ihr und ihren älteren Halbgeschwistern. Sie geht nicht mehr in die Schule und trifft sich stattdessen mit perspektivlosen Älteren, wodurch sie erschütternde Drogenabstürze und völlig lieblose sexuelle Erfahrungen mit macht. Geprägt durch ihre Hypersensibilität und ihren kritischen, wenn nicht herablassenden Blick auf die Generation ihrer Eltern, landet sie im „Sumpf“ der Berliner Großstadt, immer durchlöchert von philosophischen Fragen bezüglich ihres „wohlstandsverwahrlosten“ Lebens.

Auf ungeschönte, brutale, aber auch kreative Art erzählt die jugendliche Mift von ihrem extremen Leben. Die Wortwahl der Autorin Helene Hegemann ist dabei durchaus fantasiereich und philosophisch. „Axolotl Roadkill“ ist ihr erster Roman, doch sie erschuf schon ein Theaterstück und den Kinofilm „Torpedo“ (2009). Mit ihrer etwas heiser anmutenden Stimme bringt die Schauspielerin und Sängerin Birgit Minichmayr die richtige Atmosphäre in die Hörbuch-Fassung, dadurch wirkt die Protagonistin Mifti noch authentischer.

Aktuell gibt es viel Wind um „Axolotl Roadkill“ und die Autorin Helene Hegemann. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Demnächst haben Sie die Möglichkeit, das Hörbuch des derzeit so pressetauglichen Romans in der Onleihe ausgewählter Bibliotheken auszuleihen und die mitreißende Erzählung selbst anzuhören.

Redaktionskommentar:

In den Medien wird derzeit diskutiert, ob sich die junge Autorin Helene Hegemann nicht zu viel an anderer Lektüre bedient hat. Durch seinen Blog „Die Gefühlskonserve“ machte Deef Pirmasens darauf aufmerksam, dass einige Passagen aus „Axolotl Roadkill“ eine unbestreitbare Ähnlichkeit mit den Blog-Einträgen von Airen und seinem Buch „Strobo“ haben. Dort erzählt Airen eine sehr ähnliche Geschichte, die zudem auf wahren Begebenheiten beruht. Als diese auffällige Gleichartigkeit beider Geschichten bekannt wurde, entschuldigte sich Frau Hegemann und meinte, dass sie „total gedankenlos und egoistisch“ gewesen sei und es ihr leid täte, wenn nicht alle Menschen erwähnt wurden, die ihr beim Erschaffen des Buchs geholfen haben. Doch andererseits verteidigte sie sich mit den Worten „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit“. Der Ullstein Verlag als Herausgeber ihres Buches versucht nun wohl eine nachträgliche Genehmigung beim Berliner Verlag SuKuLTur einzuholen, der „Strobo“ schon letztes Jahr veröffentlichte. Doch scheinbar ist Airens Gedankengut nicht das einzige, das die Berliner Nachwuchsautorin „kopiert“ haben soll, was zu vermehrter Kritik führte. Hierzu können Sie z.B. den Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Februar 2010 lesen, der Ihnen online oder als ausleihbare E-Paper (S. 23) in der Onleihe ausgewählter Bibliotheken zur Verfügung steht.

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